„Vergessene“ Geschichte – Berufsverbote

Politische Verfolgung in der Bundesrepublik Deutschland

Eine Ausstellung der Niedersächsischen Initiative gegen Berufsverbote

Um 13.30 und 16 Uhr finden Führungen durch die Ausstellung statt.

Die Ausstellung über Berufsverbote stellt ausführlich den sogenannten Radikalenerlass mit seinen insbesondere innenpolitischen Folgen und Langzeitauswirkungen dar. Er wird eingeordnet in die deutsche Geschichte, die seit dem Kaiserreich über die Weimarer Republik und die Nazi-Diktatur bis zur Bonner Republik gekennzeichnet ist durch Repressionen gegen linke Oppositionelle. Ebenso wird kritisch Bezug genommen auf die parallel dazu verlaufene Entwicklung der Inlandsgeheimdienste,  z. B. auch des sogenannten Verfassungsschutzes, die durch Bespitzelung den Behörden jeweils die Grundlagen für Kriminalisierung, Verfolgung und später dann auch die Berufsverbote geliefert haben.

Durch die Ausstellung führen drei der sechs Autor/innen: Cornelia Booß-Ziegling, Rolf Günther und Matthias Wietzer.

Cornelia Booß-Ziegling, Mathematiklehrerin, Berufsverbot seit 1975 aufgrund vom „Verfassungsschutz“ vorgelegter „Erkenntnisse“: Tätigkeit in einer Hochschulgruppe der GEW und in Gremien der Universitäten Bonn und Bielefeld für den MSB Spartakus, Kandidatur zum Bielefelder Stadtrat für die DKP; Berufstätigkeit als Sekretärin und zuletzt als Leiterin eines privaten Schulprojekts für Menschen mit Drogenproblemen. Seit 2013 Rentnerin mit erheblichen Einbußen in der Rente.

Rolf Günther, Lehramt an Höheren Schulen, Berufsverbot von 1976 bis 1991 (u.a. wegen der Mitarbeit im Komitee gegen die Berufsverbote), 2010 pensioniert ( mit einer Urkunde und dem Dank für 40 Jahre treue Dienste im Lande Niedersachsen).

Matthias Wietzer ist Grund- und Hauptschullehrer. Er engagierte sich in den 1980-er Jahren in Hannover als Ratsherr u. a. in der Gruppe von DKP und Grün-Alternativer Bürgerliste. Trotz bestandener Examen konnte er nicht als Lehrer tätig werden und hatte von 1978 bis Anfang 1991 Berufsverbot. Insgesamt war und ist er über 40 Jahre unbescholten im Visier des „Verfassungsschutzes“ – bis zum heutigen Tag.